Die von Martin Sombra angezeigten Massengräber der Farc und die Friedensverhandlungen in Havanna

Publicado: 2012-12-31   Clicks: 2631

 

      von Luis Alberto Villamarin Pulido, Oberst a.D.

      Untersucher strategischer Angelegenheiten / Schriftsteller

       Übersetzung: Annette Teßmann

        4. November 2012

        Alias Martin Sombra, inhaftierter Terrorist der Farc, hat nach Presseinformationen der Abteilung der Kriminaltechnischen Untersuchungen der Staatsanwaltschaft die Lage von an die 300 Massengräbern bekannt gegeben. In den Departments Tolima, Huila, Caquetá, Meta und Guaviare befinden sich Tausende die Opfern der Gewalttaten der Farc geworden sind. Das ist beispiellos in der Weltgeschichte und bestätigt die Unerlässlichkeit, dass die bewaffneten und unbewaffneten Täter für ihre Straftaten zur Verantwortung gezogen werden müssen und ihre Opfer entschädigen müssen.

      Die Enthüllung Sombras wirft über den sowieso schon fragwürdigen Friedensprozess eine Schatten. Der Prozess, begonnen ohne dem Wissen der (betroffenen) Kolumbianer, mit nicht durchschaubarer Strategie seitens der Regierung und überladen von voreiligen Zugeständnissen, ist gekennzeichnet von der Manipulation der Terroristen und bietet wenig, wirklich sehr wenig Klarheit. Es scheint offensichtlich, dass es sich hier um einen Teil der minutiös geplanten Kriegsstrategie der Farc handelt.

    Das grauenhafte Geständnis Martin Sombras ist die Einleitung einer Informationsflut  und gleichzeitig die Antwort auf die vielen Fragen der Angehörigen die Opfer der Gräueltaten der Farc geworden sind. Darüber hinaus ist es beschämend für Kolumbien, als Herberge dieser monströsen Truppe von Kriminellen - Farc - vor der Welt dastehen zu müssen.

     Es werden die Skelette vieler Entführter auftauchen, die von der Farc ermordet wurden, weil deren Familien nicht die übersteigerten Lösegeldforderungen zahlen konnten. Auch werden die sterblichen Überreste der eigenen Farc Mitglieder auftauchen, die in revolutionären Kriegsgerichten von ihren Kumpanen ermordet wurden. Und dann wird es die Leichnahmen der Bauern geben, die gewaltsam von ihren Parzellen verschleppt und ermordet wurden, weil sie nicht mit der „bewaffneten Bewegung“ kooperiert hatten.

     Und natürlich werden auch die „Verschwundenen“ auftauchen die von der Farc ermordet wurden, jedoch oftmals der Armee untergeschoben wurden, im Zusammenwirken mit wenig ehrenhaften Anwaltskollegien, die keine Skrupel haben falsche Zeugen zu präsentieren.

     Es wird erwartet, dass neben der detaillierten Version Martin Sombras zu jedem einzelnen Fall auch eine tiefgreifende, aufklärende Studie von der forensischen Medizin durchgeführt wird, um nicht nur die Identität der Opfer festzustellen, sondern auch eine exakte Untersuchung darüber, wie die Hinrichtungen durchgeführt wurden.

     In meinem Buch „In der Hölle“ (En el Infierno) wurden die kommunistischen Säuberungen innerhalb der Farc, die andauernden Vergewaltigungen der Frauen, die grausigen Verbrechen gegen das sogenannte Lumpenpack, das sich weigerte mit der Farc zu kooperieren, die Ermordung gewöhnlicher kleiner Verbrecher, der Drogenhandel bis hin zur Ermordung einiger Mitglieder der Patriotica (UP) von Johny, einem Deserteur der 17. und 25. Front der Farc, aufgezeigt.

     Am Ende musste sich Johny eingestehen, dass seine Verbrechen nicht begangen wurden um den Klassenfeind zu eliminieren, sondern um das eigene Überleben zu sichern.

    Vielleicht haben die gleichen Überlegungen Martin Sombra zu seinem Geständnis veranlasst. Sombra, der Handgranaten gegen die Klassenfeinde in den verarmten Dörfern von Meta geworfen hat, der Geiseln gefoltert und Hunderte von Menschen getötet hat auf Befehl von Manuel Marulanda (Tirofijo), jener der ihn in die Farc aufgenommen hat als er gerade mal ein Kind von 10 Jahren gewesen war; selbst Opfer der Gewalt, die in den sechziger Jahren von den Kommunisten ausgelöst wurde. Unter dem stolzen Vorwand, das deren Terror Teil der Kombination der gesamten Formen des Kampfes sei, um die Machtergreifung der Armen zu erlangen.

    Hoffen wir, dass die kolumbianische Regierung erreicht, dass die Farc die Verantwortung für die Verbrechen übernimmt die von Martin Sombra aufgedeckt werden, dass die kolumbianische Justiz aufgibt, die Beweise aus dem Computern von Raul Reyes für nicht beweiskräftig zu erklären und dass die Anführer der Terrortruppe samt ihren unbewaffneten Komplizen neben den Reparationen an die Opfer auch für ihre Verbrechen büßen werden.

     Fest steht, wenn andere Terroristen, die ebenfalls Kenntnis von den Massengräbern haben, die Beweise verschwinden lassen und ihre unbewaffneten Kameraden das Thema nicht aufgreifen, eine Welle von Lügen und Täuschungen weitergeht, die als traditionelles Merkmal der kommunistischen Propaganda bekannt ist.

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